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Christian Schoch
«recall» Guss                                          Aluminium 2019 Gras und Rahmen Zu Christian Schochs Bodenarbeit Recall in Visionen 2019 Da liegt es nun - wie abgeworfen mitten in der grünen Wiese! Wahrscheinlich reiben sich die Anwohnerinnen und Anwohner der Liegenschaften zwischen Rhein- und Weiermattstrasse die Augen, wenn sie morgens von ihren Balkonen schauen und dort ein 20 Meter langes Aluminiumraster im Gras liegt. Wo kommt das denn her? Wie kommt es da hin? Und warum liegt es da?, werden sie sich angesichts der zumeist wenig beachteten und nun so veränderten Grünfläche fragen. Der Basler Künstler Christian Schoch hat diese Sensibilisierung der Anwohner des Liestaler Fraumattquartiers für ihre alltägliche Umgebung zu verantworten. Er tut dies mit einem Element, das ihm auf seinem Arbeitsweg regelmässig begegnete und das ihn ästhetisch schon lange fasziniert hat: die Fassadenverkleidung aus Aluminium, die dem Bau 74 auf dem Gelände des Pharmazieunternehmens Roche vorgeblendet war. Die keulenartigen Elemente aus je zwei mit einer schmalen Leiste verbundenen Rechtecke schlossen sich in der Fassade zu einem Ensemble von Band und Gitter zusammen und rhythmisierten so die langgezogene Fassade des im Verhältnis zu seiner Ausdehnung niedrigen Baus. Anlässlich des Abrisses konnte Christian Schoch nun 36 Elemente von der Rückbaufirma erwerben und mitten auf die grüne Wiese in Liestal platzieren, wo er es nun für die Dauer der Intervention den Naturkräften und der Spielfreude der Anwohner überlässt: Das Gras wird zwischen den Abschnitten hindurchwachsen, die aus einem Sciencefiction-Film der 1960er-Jahre zu stammen scheinen – ein treffendes Bild für das Altern der Moderne und das immer schon Anachronistische von Zukunftsvisionen. Kinder werden darauf hüpfen und spielen, Jugendliche darauf herumlümmeln, und ein Abwart oder die Männer vom Tiefbauamt werden regelmässig darum herummähen; so werden sich alle allmählich daran gewöhnen, das Raster vielleicht sogar ein bisschen liebgewinnen, bis es auf einmal wieder verschwunden sein wird. © 2018 Heinz Stahlhut Recall Die Arbeiten, welche in meinem Studio entstehen, sind als dreidimensionale Collagen zu verstehen: Verschiedene Elemente werden entsprechend ihrer ästhetischen, formalen und konzeptuellen Qualität zusammengebracht und untereinander fixiert. Dazu kommt ein Titel, welcher sich als Erweiterung der Arbeit versteht. Bei Recall funktioniert das offener, breiter – ein Ausschnitt der Fassade eines Verwaltungsgebäudes des Pharmazieunternehmens Roche wird auf eine Wiese gelegt, die Funktion der Fassade neu definiert in der Begegnungszone auf einem aufgeschütteten Autobahntunnel im Nachbarkanton. Die Elemente sind begehbar, man kann das Stück Wiese innerhalb der Arbeit über das eingelegte Fassadenornament betreten – sie unterteilen diesen Bereich der Wiese zu Rabatten. Das sind die Elemente der Collage, zusammengefügt. Die Fassadenelemente aus Aluminium verdrängen nun einen Teil der Wiese, und dort, wo früher die Fenster zum Bürogebäude eingelassen waren, wird das Gras während einem Jahr nicht gemäht, weil es «part of the art work» ist und sich erst nach der temporären Installation wieder dem übrigen Umfeld anpassen wird. Vielleicht kann man in den Rabatten schon bald Schafgarbe, Löwenzahn, Eisenkraut, Stiefmütterchen, Wegerich und andere nützliche Wiesenkräuter pflücken. Christian Schoch, 2018 Website: www.christianschoch.ch / E-Mail: schochjang@sunrise.ch
Künstler Christian Schoch