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Martin Raimann
«hommage au mur» Installation in situ, handwerkliche Bearbeitung Recycling-Baustoffe: Beton, Baustahl, Zement, Pigmente 2019 Wenn Blumen auf Mauern blühen, ist die Mauer bald nur noch Erinnerung. Kleine und grosse gesellschaftliche Umwälzungen, national und international, sind stets mit dem Fall oder dem Errichten von Mauern einhergegangen. Die Mauer ist ein starkes Sinnbild für die Angst vor Fremdem, für Aus- und Abgrenzung, aber auch für Schutz und Bewahren des Eigenen. Innere und äussere, gedankliche, wirtschaftliche und kulturelle Mauern prägen unsere humanen Entwicklungsmöglichkeiten. Schützende Mauern bedeuten gleichzeitig Ausgrenzung des Anderen; ein Dilemma, mit dem wir täglich im Kleinen und Grossen konfrontiert sind. Nach Jahren der Globalisierung und Öffnung unserer Grenzen brennt heute ein neu entfachtes Feuer der Nationalismen um den Erdball. Unser ausgrenzendes Selbstbewusstsein und der Nationalismus sind Kräfte, mit denen wir uns für eine lebenswerte Zukunft auseinandersetzen müssen. Und dennoch blühen Blumen Zarte Wurzeln und nach dem Licht strebende Blütenstengel lassen selbst eine unüberwindbare Mauer zur Ruine zerfallen. Die blühenden Mauerfragmente sind ein poetisches und emotionales Bild für die Kraft des Zarten und Schönen, für die Kraft, die einem kleinsten Keim entspringt und die Mauern überwindet und langsam auflöst. Martin Raimann, 2018 Website: www.martinraimann.ch / E-Mail: mail@martinraimann.ch