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Peter Thommen
«Weniger  x Mehr» Installation Kunststoff, Metall/Naturstein/Holz 2019 Mein Projekt bezieht sich auf zwei weltweite Probleme, die den Planeten Erde und die Existenz vieler Lebewesen und besonders die Menschheit ernsthaft in Gefahr bringen. Das eine ist die Konsumlust in den wirtschaftlich bessergestellten Regionen auf allen Kontinenten. Die Wirtschaft mit ihrem Wachstum und vielen Konsumvarianten belastet die Umwelt in ihren Grundfesten. Wasser und Luft sind stark verschmutzt. Der Einsatz von Erdöl und Kohle, das Abholzen der Tropenwälder und das Leerfischen der Weltmeere wird trotz der bekannten Gefahren weiter betrieben. Das andere Problem ist das Nord-Süd-Gefälle, zwischen Armut und Reichtum. Unter dem Deckmantel der globalen Wirtschaftsentwicklung werden die armen Weltregionen ausgebeutet. Der daraus entstandene Profit wird zum grössten Teil von wirtschaftlich reichen Regionen aufgesogen. Nur ein kleiner Teil bleibt in diesen Ländern hängen und davon wird das meiste von den Diktaturen mit ihren korrupten Herrschern, als Privatgut einverleibt. Die globale Klimaerwärmung verursacht Armut, Hunger und Kriege. Die Menschen flüchten aus ihrer Heimat und versuchen in die reicheren Länder zu gelangen. Diese schotten sich ab und wollen aus Angst um ihren Reichtum möglichst nichts mit diesen Flüchtlingen zu tun haben. Meine Vision setzt sich mit diesen Problemen auseinander. Ich sehe Menschen, die Eigenverantwortung übernehmen wollen und bereit sind, ihren Beitrag zu einer Verbesserung der globalen Aussichten zu leisten. Je mehr Menschen dies tun, umso grösser werden die Möglichkeiten, nachhaltige Wege einzuschlagen. Zwei Möglichkeiten will ich mit dem Projekt «Weniger x Mehr» sichtbar machen. Weniger: Damit das Wirtschaftswachstum und die negativen Folgen gedrosselt werden, können wir einfach überlegter und weniger konsumieren. Viele Produkte werden schnell überflüssig und nach kurzem Gebrauch wieder entsorgt und verursachen grosse Umweltbelastungen. Indem der Konsum von möglichst vielen etwas zurückgeht, werden Geld und Energie gespart und die Umwelt wird weniger belastet. Mehr: Das auf diese Weise gesparte Geld kann nun in gute und nachhaltige Hilfs- und Entwicklungsprojekte eingesetzt werden. Durch die stark vergrösserte Hilfe vor Ort steigen die Chancen für eine verbesserte Lebenssituation und ermöglichen den Einheimischen, eine nachhaltige Zukunft aufzubauen. Je mehr wir das tun, umso weniger Elend wird es geben. Die Flüchtlingsströme werden kleiner, was auch den reichen Ländern zugutekommt. Projektbeschreibung: Entlang der Promenade zweigt ein Pfad in die Wiese ab und führt zu einem alten Wohnwagen. Dieser ist vollgeladen mit ausrangierten künstlichen Gebrauchsgegenständen. An den Wänden hängen Fotos und Plakate von Werbung und Müllhalden. Um den Wohnwagen herum liegen Berge von Wohlstandsmüll. Um weiter zu kommen, muss über den ganzen Müll gestiegen werden. Der Pfad führt durch ein Tor in eine völlig neue Situation. Durch eine Art Klettergarten steigt man über Baumstämme, Steine und Felsen. Organisch geformte Stellen in Holz und den Steinen laden zum Besteigen, Berühren und Verweilen ein. Bevor der Pfad wieder zurück auf die Teerstrasse führt, steht ein schwerer Steinblock, in dessen Mitte ein Kupferrohr steckt. Eine kleine Schrifttafel verweist auf die Möglichkeit für alle BesucherInnen, die schon durch weniger Konsum Geld gespart haben, via Kupferrohr einen Geldbetrag in das Innere des Steines zu werfen. Das so gesammelte Geld wird nach der einjährigen Ausstellungsdauer IAMANEH Schweiz gespendet. Schlussendlich steht am Rande der Promenade ein Schild mit dieser mathematischen Rechnung: 5‘000‘000 Erwerbstätige in der Schweiz spenden ein Jahr lang einen Franken pro Tag. 5‘000‘000 x 365 Fr. = 1‘825‘000‘000 Franken Fazit: Die beiden Möglichkeiten «Weniger x Mehr» sind in dieser Vision eng verbunden und bewirken zusammen weltweit dringend nötige Verbesserungen. Wie gross diese sein werden, hängt von uns allen ab, ob eine Einsicht eine direkte Bereitschaft zu umweltbewussterem und solidarischem Handeln bewirken wird. Übrigens: Der oben genannte Geldbetrag bewirkt durch seinen Entzug aus dem Konsumbudget keinen Schaden an unserer Wirtschaft, sondern wird wiederum für sinnvollere Projekte im globalen Wirtschaftsraum eingesetzt. Peter Thommen, 2018 Website: www.bildhauer.thommen.biz / E-Mail: peter@thommen.biz
Künstler Peter Thommen